Früh um 5 Uhr geht es am nächsten Morgen mit dem Konvoi Richtung Luxor. Diese Weckzeit ist für den Reisenden gewiß ungewöhnlich, aber die Alternative, ein fünfstündiger Transfer in einem mäßig klimatisierten Bus erst gegen Mittag, ist eine noch viel schlimmere Vorstellung als das frühe Aufstehen!
Jede Menge Busse und Autos finden sich nach und nach an einem speziellen Sammelpunkt ein. Gefahren werden darf nur gemeinsam im Pulk - hierauf achten an beiden Enden der Strecke militärische Wachposten.
Die Gegenwart des Militärs ist gut begründet - sind doch schon mehrfach Reisende auf dieser Strecke von Rebellen überfallen und ausgeraubt worden.
Diese Männer sind in den nächsten Tagen immer irgendwo präsent. Hat man aber erstmal verstanden, daß die Jungs mit den Schnellfeuergewehren nur auf einen aufpassen, beginnt man doch sehr schnell, sie zu übersehen.
Der Konvoi besteht aus allen Fahrzeugen, die heute morgen nach Luxor abreisen möchten, und das sind bestimmt gut einhundert.
Theben - heute Landesteil von Oberägypten, war früher - zu geschichtlichen Zeiten - die Bezeichnung der heutigen Stadt Luxor. Hier erbauten die Pharaonen im zweiten Jahrtausend vor Christus die größten ägyptischen Tempel überhaupt.
Die Reisegruppe kann glücklicherweise mit mehreren modernen, klimatisierten Bussen dorthin fahren. Trotzdem werden wir auf der Strecke (etwa 270 Kilometer, überwiegend durch Wüstengelände) noch die klimatischen Bedingungen deutlich zu spüren bekommen.
Aber wir sind jetzt einfach nur gespannt auf Theben, Luxor und den Nil. Der Fluß der Flüsse!