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Teil 4: Die Kaiserthermen

Es handelt sich hierbei um eine Einrichtung der römischen Gesellschaft, erbaut im frühen 4. Jahrhundert, zu Kaiser Konstantins Zeiten. Ihr Bau wurde aber nie vollendet. Man vermutet, daß dies mit dem Weggang Kaiser Konstantins aus Trier in Zusammenhang steht.

Kaiserthermen Ruinen in Trier

Wenn auch daher die Thermen nie als solche genutzt wurden, läßt sich doch der Grundaufbau und die Grundfunktion einer solchen Anlage gut erkennen. Neben je einem Warm- und Kaltwasserbad, einem Warmluftbad und einem Gymnastikplatz findet man Ruhe- und Massagebereiche.

Die Anlage ist durchzogen von einem unterirdischen labyrinth-ähnlichem Gewirr von Gängen, dem Bedienungssystem.

Kaiserthermen - Bedienungsgang

Hier versahen Sklaven ihre Aufgaben, die hauptsächlich darin bestanden, die auch hier verwandten Hypokaustenheizungen in Gang zu halten.

Die heutige Höhe dieser Gänge täuscht. Sie waren ursprünglich zweigeteilt in ein unten befindliches Abwassersystem und dem darüberliegenden eigentlichem Bedienungsgang.

Beispielsweise auf dazwischen eingezogenen Holzdecken konnte sich das Personal auf diese Weise durch alle Gänge bewegen.

Leicht kann man sich vorstellen, daß ein Aufenthalt in einem solchen Bad über Stunden hinweg gedauert haben muß.

Angesichts der Tatsache, daß ansonsten zu damaliger Zeit in der Freizeit (verglichen mit heute) nur wenige Möglichkeiten zur Ablenkung oder Unterhaltung bestanden haben, ahnt man, welch wichtige Rolle ein solcher Ort auch als Zentrum für Kommunikation jeder Art in der damaligen Gesellschaft gespielt haben mag. Hier blühten Gerüchte und Geschäfte...

Die noch erhaltenen Mauern dieser Ruine sind bis zu 19 Meter hoch. Es handelt sich hierbei hauptsächlich um die Umfassungsmauern des Caldariums (Warmbad).

Sie wurden im Mittelalter in die damalige Stadtverteidigung einbezogen. Die in den Mauern befindlichen Fensteröffnungen sind so groß, daß eines von ihnen in der mittelalterlichen Befestigung als Stadttor diente.

Kaiserthermen - Mauerdetail

Hier endet der sommerliche Rundgang. Über die an den Kaiserthermen vorbeiführende Ostallee gelangt man nördlich gehend zurück in Richtung Hauptbahnhof und Porta Nigra.

Wer mag, kann vorher noch einmal etwas in die umliegenden Hänge hinauf wandern. Dort, etwas außerhalb der mittelalterlichen Befestigung, an einem Hang Richtung Osten, findet man die Überreste des römischen Amphittheaters aus dem ersten Jahrhundert n. Chr., in dem damals bis zu 20.000 Zuschauer Platz finden konnten.

Ein Abstecher dorthin läßt erspüren, welchen Trubel eine Veranstaltung damals mit sich gebracht haben muß.

Auch viele weitere, hier nicht genannte Plätze der Stadt sind es wert, ebenfalls besucht zu werden. Leider ist ein einziger Spaziergang hierzu zeitlich nicht ausreichend. Ein guter Grund, beizeiten wiederzukehren ...

Alle Fotos und Text von CRaB.


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