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Teil 3: Palastaula und Umgebung

Kaiser Konstantin der Große residierte in den Jahren 306 bis 312 in Trier (laut anderer Quelle ist Konstantin allerdings erst 316 dort weggegangen). Bereits seine Mutter, die heilige Helena, soll den Grundstein der Aula Palatina gelegt haben.

Diese, heute Palastaula, auch Basilika genannt, wurde während dieser Zeit am heutigen Konstantinplatz als kaiserlicher Thronsaal (Residenzschloß) errichtet. Ursprünglich soll sie als Markt- und Gerichtsgebäude gedient haben.

Palastaula - Blick vom Konstantinplatz

Sie ist der größte Einzelraum, der aus der Antike überliefert ist (67 m lang, 27 m breit und mehr als 30 m hoch).

Palastaula Innenraum - Blick auf Apsis

Noch heute ist man beim Betreten dieses Raumes tief beeindruckt.

Wie mag erst die innere Pracht des Gebäudes gewirkt haben, als noch Marmor, bemalter Stuck, Statuen und Goldmosaiken die Wände geschmückt haben?

Wer überhaupt mag zu dem Raum Zugang gewährt bekommen haben, wenn der imperiale Herrscher, in der Halbkreisapsis sitzend, Audienz hielt?

Mit einer aufwendigen Hypokaustenheizung wurde der riesige Raum im Winter angenehm erwärmt.

Das Grundprinzip dieser Heizung besteht darin, in Keller des Gebäudes an mehreren Stellen große Feuerstellen zu betreiben und deren warme Rauchgase zunächst - ähnlich wie in einem innenliegenden Kamin - so geschickt und breitflächig durch die Innenwände zu führen, daß diese sich erwärmen und anschließend die Temperatur auch an die Raumluft abgeben.

War es einmal abgekühlt, dauerte es Stunden, wenn nicht Tage, das Gebäude zu erwärmen. Fuderweise mußte Holz herbei gebracht und verheizt werden - Tag und Nacht, rund um die Uhr. Viele Menschen mußten dafür Hand anlegen.

Mit dem Wandel der Zeiten verging der Luxus dieser Epoche.

Zu Zeiten der Völkerwanderungen wurden Decken und Fenster zerstört. Es blieb ein ruinöser Mauerring mit meterdicken Wänden (2,70 m, teilweise dicker). Dieser gewährte in den kommenden Jahren einer kleinen fränkischen Siedlung Schutz.

Palastaula - Detail

Palastaula - Ziegelmuster

Die Trierer Erzbischöfe bekamen die Palastaula im 10. Jh. in ihren Besitz. Zunächst diente die Ruine als Festung, später wurde sie (spätestens ca. 1200) burgartig ausgebaut. Dabei wurde die ehemalige Apsis zu einen Wohnturm gestaltet.


Ab 1615 wurde durch Kurfürst Lothar von Metternich mit dem (An-)Bau des kurfürstlichen Palastes begonnen.

Palais - mittlerer Risalit

Die Süd- und Ostwände der Palatina wurden teilweise eingerissen, um den neuen Nutzungsplänen zu genügen.

Der Neubau in Stil des Rokoko beeindruckt durch eine Vielzahl Details und spiegelt damit den verspielten Stil der damaligen Zeit, die ganz im Gegensatz zur monumentalen Art des Altbaus steht.

1794, mit dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen in Trier fällt die Stadt den Franzosen zu.

Anschließend kommt es zu einer Umnutzung des Palais als Kaserne.

Die einstmals zerstörten Wände der Palastaula wurden ab 1844 bis zum Jahr 1856 wieder aufgebaut.

Seither dient die Palastaula bis heute als evangelische Kirche.

Palais


Trier - Im Palastgarten

Der weitere Teil des Rundgangs führt durch den Palastgarten hindurch in südliche Richtung zu den Kaiserthermen (Teil 4).


Alle Fotos und Text von CRaB.

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